Planung

Boho im Winter: So wird die Hochzeit in der kalten Jahreszeit warm und natürlich

· von Livia Rüegg

Boho, das klingt nach Sommerwiese, Barfuss-Tanz und Blumenkranz im Haar. Doch der lässige, natürliche Stil funktioniert auch hervorragend im Winter. Wenn draussen Nebel über dem Zürichsee liegt oder Schnee die Hügel im Toggenburg bedeckt, wirken Kerzenlicht, Trockenblumen und weiche Stoffe besonders stimmungsvoll. Dazu kommt ein ganz praktischer Vorteil: Viele Locations haben im Winter freie Termine und sind oft flexibler als in der Hochsaison. Hier sammeln wir Ideen und Hinweise für Paare, die sich zwischen November und März das Jawort geben möchten.

Warum eine Winterhochzeit?

Die meisten Paare in der Schweiz heiraten zwischen Mai und September. Wer davon abweicht, hat oft mehr Auswahl bei Location, Fotografin und Floristik. Viele Dienstleister bieten in der Nebensaison andere Konditionen an. Fragen Sie danach, ein Anspruch besteht natürlich nicht. Ausserdem ist eine Winterhochzeit oft kleiner und intimer, was wunderbar zum Boho-Gedanken passt: weniger Inszenierung, mehr Nähe.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Die Tage sind kurz, das Wetter unberechenbar, und Gäste, die von weiter her anreisen, brauchen etwas mehr Planungssicherheit. Mit ein paar Kniffen lassen sich diese Punkte gut lösen.

Das Brautkleid: fliessend, aber nicht frierend

Ein Boho-Brautkleid lebt von Leichtigkeit: Spitze, Chiffon, offene Rücken. Im Winter müssen Sie darauf nicht verzichten, sondern einfach in Schichten denken.

  • Lange Ärmel aus Spitze sind ein Klassiker der Winterbraut und passen perfekt zum Vintage-Look.
  • Ein Cape oder ein Mantel aus Wollstoff in Creme, Camel oder Salbeigrün für die Wege nach draussen und die Fotos im Freien.
  • Kunstfell-Stola oder ein grob gestrickter Cardigan wirkt lässig und lässt sich nach dem Apéro einfach ablegen.
  • Wärmende Unterwäsche in Hautfarbe sieht niemand, aber Sie werden sie zu schätzen wissen.
  • Stiefeletten statt Sandalen. Ein Paar schlichte Lederstiefel unter dem Rock ist bequem und sieht auf Fotos überraschend schön aus.

Wie Sie das passende Kleid für Ihre Figur und Ihren Stil finden, beschreiben wir ausführlich in unserem Beitrag zum Boho-Brautkleid.

Dekoration: Trockenblumen, Grün und viel Licht

Im Winter sind frische Blumen aus der Region knapp, und importierte Ware ist oft teuer. Hier spielt der Boho-Stil seine Stärke aus: Trockenblumen wie Pampasgras, Strandflieder, Lunaria oder Hasenschwanzgras halten problemlos, sind in warmen Naturtönen erhältlich und lassen sich nach der Hochzeit weiter verwenden. Kombiniert mit Tannenzweigen, Eukalyptus und etwas Efeu entsteht ein natürlicher, winterlicher Look.

Ebenso wichtig ist das Licht. Draussen wird es schon gegen fünf Uhr dunkel, umso schöner wirken drinnen:

  • Kerzen in unterschiedlicher Höhe, gern in alten Gläsern oder Laternen
  • Lichterketten über der Tafel oder an Holzbalken
  • Ein Kaminfeuer oder ein Ofen, falls die Location einen hat
  • Warmweisse Leuchtmittel statt kühlem Licht

Klären Sie mit der Location vorab, welche Art von Kerzen erlaubt ist. In historischen Gebäuden sind offene Flammen manchmal nur eingeschränkt gestattet.

Stoffe und Farben für die kalte Saison

Im Sommer dominieren bei Boho-Hochzeiten helle Pastelltöne. Im Winter darf die Palette etwas tiefer werden: Terrakotta, Rost, Senfgelb, Weinrot, Salbei und Creme passen wunderbar zu Holz und Kerzenschein. Tischläufer aus Leinen oder grobem Wollstoff, Schaffelle auf den Bänken und Wolldecken für den Apéro auf der Terrasse sorgen für Gemütlichkeit. Die Gäste freuen sich, wenn sie sich eine Decke über die Knie legen können.

Die Trauung: drinnen, draussen oder beides?

Eine freie Trauung im Schnee ist ein Traum, aber planen Sie sie kurz. Fünfzehn bis zwanzig Minuten sind im Winter genug, damit niemand friert. Stellen Sie ein Getränk zum Aufwärmen bereit, zum Beispiel Punsch oder heissen Tee, und informieren Sie die Gäste vorab über warme Kleidung und festes Schuhwerk.

Halten Sie unbedingt eine Alternative in einem Innenraum bereit. Das Wetter in den Wintermonaten kann sich schnell ändern. Die Prognosen von MeteoSchweiz helfen bei der kurzfristigen Entscheidung, ob die Zeremonie draussen stattfinden kann. Viele unserer Tipps aus dem Beitrag zur Hochzeit im Freien gelten im Winter umso mehr.

Fotos: die blaue Stunde nutzen

Fotografinnen schwärmen oft von Winterhochzeiten. Das tiefe Sonnenlicht am frühen Nachmittag ist weich, der Schnee wirkt wie ein natürlicher Reflektor, und die sogenannte blaue Stunde nach Sonnenuntergang bietet eine besondere Stimmung. Planen Sie das Paarshooting deshalb eher früh am Nachmittag ein und besprechen Sie mit Ihrer Fotografin, wie viel Zeit bei Tageslicht bleibt.

Essen und Getränke

Im Winter darf das Menü herzhafter sein: Kürbissuppe, Schmorgerichte, Wurzelgemüse aus dem Ofen, Polenta oder ein Risotto. Zum Apéro passen heisse Maronen, Glühwein oder ein alkoholfreier Apfelpunsch. Als Dessert sind Schokoladenkuchen, Zimtparfait oder ein Buffet mit regionalen Spezialitäten beliebt. Achten Sie darauf, dass auch alkoholfreie Getränke warm angeboten werden.

Accessoires für die Winterbraut

Ein Haarkranz aus getrockneten Blüten, kleine Goldohrringe, ein Schal aus Seide oder Kaschmir: Winteraccessoires dürfen gerne etwas wärmer wirken. Ein Muff aus Kunstfell statt Brautstrauss ist eine charmante, wenn auch ungewöhnliche Idee. Mehr Inspiration finden Sie in unserem Beitrag über Brautaccessoires.

Planung: was im Winter anders ist

  • Anreise: Informieren Sie Gäste früh über Parkmöglichkeiten, ÖV-Verbindungen und mögliche Schneeketten-Pflicht auf Bergstrassen.
  • Übernachtung: Weil Winterfeste oft spät enden und die Strassen glatt sein können, schätzen viele Gäste eine Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe.
  • Feiertage: Termine rund um Weihnachten und Silvester sind bei Familien oft schon belegt. Fragen Sie wichtige Gäste früh, ob ein Datum passt.
  • Garderobe: Mäntel, Stiefel, Schirme: Planen Sie genügend Platz und eventuell jemanden, der sich darum kümmert.

Fazit

Eine Boho-Hochzeit im Winter ist keine Notlösung, sondern eine wunderbare Alternative für Paare, die es intim, warm und ein bisschen anders mögen. Mit Trockenblumen, Kerzenlicht, wärmenden Stoffen und einem guten Plan B für das Wetter entsteht eine Atmosphäre, die Ihre Gäste noch lange in Erinnerung behalten werden.