Brautmode
Schwanger heiraten: So finden Sie das passende Umstandsbrautkleid
Immer mehr Paare heiraten, wenn schon ein Kind unterwegs ist. Das ist schön, stellt die Braut aber vor eine besondere Aufgabe: Das Kleid soll am Hochzeitstag passen, obwohl sich der Körper bis dahin noch verändert. Mit etwas Planung und den richtigen Schnitten gelingt das gut, und der Babybauch wird zu einem besonderen Teil der Fotos.
Der richtige Zeitpunkt für den Kauf
Bei einem klassischen Brautkleid empfiehlt man, es Monate im Voraus zu bestellen. In der Schwangerschaft ist das schwieriger, weil niemand genau weiss, wie sich der Bauch entwickelt. Viele Brautgeschäfte raten deshalb zu folgendem Vorgehen:
- Früh aussuchen, spät anpassen: Wählen Sie das Modell rechtzeitig aus, lassen Sie die Änderungen aber so spät wie möglich machen, idealerweise zwei bis drei Wochen vor der Hochzeit.
- Eine Nummer grösser bestellen, wenn das Kleid nicht speziell für Schwangere geschnitten ist. Kürzen und enger nähen geht leichter als erweitern.
- Lieferzeiten prüfen: Umstandsbrautkleider ab Lager sind oft schneller verfügbar als Designerkleider, die erst nach Bestellung gefertigt werden.
Sprechen Sie offen mit der Beraterin über den Geburtstermin. So kann sie abschätzen, in welcher Woche Sie heiraten und wie viel Spielraum das Kleid braucht.
Schnitte, die mitwachsen
Der Boho-Stil eignet sich besonders gut für Schwangere, weil er ohnehin auf fliessende Stoffe und lockere Silhouetten setzt. Bewährt haben sich:
- Empire-Linie: Die Taille sitzt direkt unter der Brust, darunter fällt der Stoff locker über den Bauch. Der Klassiker unter den Umstandskleidern.
- Wickelkleider: Sie lassen sich über die Bänder flexibel anpassen, auch am Hochzeitstag selbst.
- Kleider mit Schnürung am Rücken statt Reissverschluss: Sie geben einige Zentimeter Spielraum.
- Stretch-Spitze und Jersey: Elastische Stoffe passen sich dem Körper an und bleiben auch nach Stunden bequem.
Schwere Corsagen, enge Meerjungfrauen-Schnitte und starre Mieder sind dagegen unangenehm und können auf den Bauch drücken. Auch eine lange, schwere Schleppe wird mit fortschreitender Schwangerschaft eher zur Last.
Bequemlichkeit geht vor
Ein Hochzeitstag ist lang. Zwischen Trauung, Apéro, Fotos und Abendessen stehen und sitzen Sie viele Stunden. In der Schwangerschaft kommen Müdigkeit, geschwollene Füsse und manchmal Übelkeit dazu. Ein paar Tipps:
- Flache oder niedrige Schuhe wählen, zum Beispiel Ballerinas, Sandalen oder Boho-Stiefeletten mit kleinem Absatz. Ein zweites, noch bequemeres Paar für den Abend mitnehmen.
- Pausen einplanen und einen ruhigen Rückzugsort organisieren, an dem Sie sich hinsetzen und die Füsse hochlegen können.
- Genug trinken und regelmässig essen. Bitten Sie eine Trauzeugin, Ihnen immer wieder Wasser und einen Snack zu bringen.
- Den Zeitplan entspannt gestalten und nicht zu spät am Abend den Höhepunkt planen.
Für allgemeine Fragen rund um die Schwangerschaft, zum Beispiel zu Reisen oder Ernährung, finden Sie verlässliche Informationen beim Schweizerischen Hebammenverband. Bei Unsicherheiten ist die eigene Hebamme oder Frauenärztin die beste Ansprechperson.
Den Bauch in Szene setzen oder dezent halten?
Manche Bräute möchten den Babybauch bewusst zeigen, etwa mit einem Band aus Satin oder Blumen unter der Brust. Andere fühlen sich wohler, wenn das Kleid ihn eher umspielt. Beides ist richtig. Überlegen Sie, wie Sie sich auf den Fotos in zehn Jahren sehen möchten, und sprechen Sie mit der Fotografin über Bilder, die den Bauch schön einbeziehen, zum Beispiel ein Paarfoto mit den Händen auf dem Bauch oder ein Detailbild mit den Ultraschallbildern.
Accessoires und Frisur
Ein Blumenkranz, ein leichter Schleier oder feiner Haarschmuck passen gut zum Boho-Look und lenken den Blick nach oben. Bei Schmuck lohnt sich Zurückhaltung, da Finger und Handgelenke in der Schwangerschaft anschwellen können. Lassen Sie den Ehering eventuell etwas grösser anfertigen oder tragen Sie ihn vorerst an einer Kette.
Nach der Hochzeit
Ein Umstandsbrautkleid passt nach der Geburt meist nicht mehr ohne grössere Änderungen. Manche Bräute verkaufen es weiter, andere lassen es zu einem Taufkleid oder einer Erinnerungsdecke umnähen. Auch ein Secondhand-Umstandsbrautkleid ist eine gute und nachhaltige Wahl, denn viele werden nur wenige Stunden getragen.
Fazit
Schwanger heiraten ist mit dem richtigen Kleid kein Problem. Wählen Sie fliessende, anpassbare Schnitte, lassen Sie die letzten Änderungen spät machen und planen Sie den Tag so, dass Sie ihn geniessen können. Die Fotos mit Babybauch werden zu einer ganz besonderen Erinnerung.