Bräutigam

Der Boho-Bräutigam: Anzüge aus Leinen, Tweed und Erdtönen

· von Livia Rüegg

Wenn die Braut ein leichtes Boho-Kleid trägt, wirkt ein schwarzer Smoking daneben schnell zu streng. Der Bräutigam braucht einen Look, der genauso entspannt ist, aber trotzdem festlich bleibt. Die gute Nachricht: Kaum ein Hochzeitsstil lässt Männern so viel Freiheit wie Boho. Hier erfahren Sie, worauf es bei Anzug, Farben und Accessoires ankommt.

Leichte Stoffe statt Schurwolle

Der Boho-Anzug lebt von natürlichen, eher weichen Materialien. Für Sommerhochzeiten eignen sich vor allem:

  • Leinen: atmungsaktiv, leicht und mit typischem Knitterlook, der zum Stil gehört. Wer Falten nicht mag, wählt eine Mischung aus Leinen und Baumwolle oder Wolle.
  • Baumwolle: pflegeleicht und angenehm auf der Haut, etwa als Chino-Anzug.
  • Tweed und Cord: ideal für Herbst- und Winterhochzeiten, vor allem in einer Scheune oder auf dem Land.
  • Leichte Schurwolle: die elegante Variante, wenn die Feier formeller ist.

Achten Sie beim Anprobieren darauf, ob Sie sich gut bewegen können. Der Bräutigam tanzt, umarmt Gäste und steht für Fotos auf Wiesen oder Treppen. Ein Sakko, das an den Schultern spannt, macht keinen Spass.

Farben, die zur Braut passen

Der Boho-Bräutigam trägt selten Schwarz. Beliebter sind Farben aus der Natur:

  • Sand, Beige und Camel für Sommerhochzeiten im Freien
  • Salbeigrün und Olive, die zur Dekoration mit Eukalyptus und Trockenblumen passen
  • Hellgrau und Taubenblau als zurückhaltende Alternative
  • Braun, Cognac und Rost für Herbstfeiern

Stimmen Sie die Farbe mit der Braut ab, ohne dass beide das Gleiche tragen müssen. Oft genügt ein gemeinsamer Akzent, zum Beispiel ein Einstecktuch aus dem gleichen Stoff wie das Band am Brautstrauss.

Weste, Hosenträger und Fliege

Viele Boho-Bräutigame verzichten auf das Sakko oder legen es nach der Trauung ab. Dann rückt die Kombination aus Hemd, Weste oder Hosenträgern in den Vordergrund. Ein paar Ideen:

  • Weste ohne Sakko wirkt lässig und trotzdem angezogen.
  • Hosenträger aus Leder oder Stoff passen zum Vintage-Charakter.
  • Fliege aus Holz, Leinen oder Strick statt klassischer Seidenkrawatte.
  • Hemd mit Stehkragen für einen ganz ungezwungenen Look ohne Krawatte.

Wichtig ist, dass der Look in sich stimmig bleibt. Wählen Sie höchstens zwei auffällige Elemente und halten Sie den Rest schlicht.

Schuhe und Socken

Bei Boho-Hochzeiten ist der Boden oft uneben: Wiese, Kies, Holzdielen. Klassische Lackschuhe sind hier fehl am Platz. Besser passen Brogues, Derbys aus Wildleder, Chelsea-Boots oder bei sehr lockeren Feiern sogar saubere Leinenschuhe. Tragen Sie die Schuhe vor der Hochzeit einige Male ein, damit am Abend keine Blasen drücken. Farbige oder gemusterte Socken sind ein schönes Detail, das auf Fotos beim Sitzen auffällt.

Accessoires mit Bedeutung

Kleine Accessoires machen den Look persönlich. Ein Boutonnière aus Trockenblumen und Gräsern, eine Taschenuhr vom Grossvater, Manschettenknöpfe mit dem Hochzeitsdatum oder ein Lederarmband: Solche Stücke erzählen eine Geschichte und bleiben nach dem Fest im Alltag erhalten. Auch die Trauzeugen können einheitliche Akzente tragen, etwa die gleiche Fliege oder das gleiche Boutonnière.

Kaufen, mieten oder massschneidern?

Der Kauf lohnt sich, wenn der Anzug später wieder getragen wird, zum Beispiel ein Leinenanzug für Sommerfeste. Ein Mietanzug ist günstiger für einmalige, sehr festliche Outfits. Ein Massanzug bietet die beste Passform, braucht aber mehrere Anproben und einige Wochen Zeit. Planen Sie für einen Massanzug mindestens drei Monate ein. Für einen Anzug ab Stange reichen meist sechs bis acht Wochen inklusive Änderungen.

Grooming vor dem grossen Tag

Auch der Bräutigam steht im Mittelpunkt der Fotos. Ein Haarschnitt etwa eine Woche vor der Hochzeit wirkt natürlicher als einer am Vortag. Wer einen Bart trägt, lässt ihn einige Tage vorher in Form bringen. Genug Schlaf und Wasser in den Tagen vor dem Fest sind ohnehin das beste Pflegeprogramm.

Fazit

Der Boho-Bräutigam setzt auf leichte Stoffe, natürliche Farben und persönliche Details. Er muss nicht förmlich aussehen, sollte aber zum Stil der Braut und zum Ort der Feier passen. Wer sich gut bewegen kann und sich wohlfühlt, sieht auf den Fotos ohnehin am besten aus.